Dank der der Zulassung einer Reihe von Antikörpern haben sich die Therapiemöglichkeiten bei lokal inoperablen und metastasierten Dickdarmkarzinomen entscheidend verbessert. Bei vielen dieser Patienten ist heute eine personalisierte, zielgerichtete Therapie erfolgreich umsetzbar. Details zu den verschiedenen Antikörpern & Immuntherapeutika entnehmen Sie bitte dem entsprechenden Kapitel auf meiner Homepage (unten, 3.Spalte).

Entscheidend ist, dass wir Onkologen heute aufgrund von molekularen Markern den im Einzelfall am besten wirksamen Antikörper auswählen können. Diese Information wird uns vom Pathologen aus einer Tumorgewebsprobe zur Verfügung gestellt. In Kombination mit einer standardisierten Chemotherapie können wir so mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit einen Therapieerfolg bewirken. Selbst bei zunächst bestehender Inoperabilität oder Fernmetastasierung gelingt es bei einigen Patienten den Tumor in ein operables Stadium zu bringen & damit eine potenziellen Heilung zu ermöglichen.

Neue Erkenntnisse & Fortschritte wurden auch bei der chemotherapeutischen Nachbehandlung von operierten Dickdarmkarzinomen erzielt: Neu ist die Erkenntnis, dass bei einigen dieser PatientInnen (mit Stadium pT3N1- nur wenige in unmittelbarer Tumornähe befallene Lymphknoten) eine 3-monatige Chemotherapie (anstelle von den bisher üblichen 6 Monaten) ausreichend ist. Dies ist nicht nur Patienten-freundlicher, sondern hat auch den Vorteil einer deutlich geringeren Oxaliplatin-bedingten Nervenirritation (Polyneuropathie). Weiterhin über 6 Monate sollte die Nachbehandlung nur dann erfolgen, wenn der Tumor in die Tiefe infiltriert hat (pT4) bzw. wenn auch weiter vom Tumor entfernte Lymphknoten betroffen waren (pN2).

Eine Reihe von Erfolgen wurden kürzlich auch beim Pankreaskarzinom erzielt: Für Patienten mit lokal fortgeschrittenen, inoperablen Tumoren und jenen mit Fernmetastasen gibt es heute deutlich besser wirksamere Chemotherapien: FOLFIRINOX, Gemcitabine/Abraxane und nanoliposomales Irinotecan bei Erstlinienversagen. Auch die postoperative Chemotherapie konnte dramatisch verbessert werden: In eine Therapie-Vergleichsstudie wurden 493 Patienten aus 77 Zentren in Frankreich und Kanada eingeschlossen. Für den neuen, experimentellen Chemotherapiearm (FOLFIRINOX) ergab sich ein Überlebensvorteil von 19.4 Monaten (54.4 Monate vs. 35.0 Monate; p = 0,003) gegenüber einer konventionellen Monotherapie mit Gemcitabine. Die 3-Jahres-Überlebensraten betrugen 63,4% (im Kombinationsarm) vs. 48,6%.

Da jede Tumorerkrankung einen individuell unterschiedlichen Krankheitsverlauf hat und da verschiedene Möglichkeiten in Bezug auf die Therapie bestehen, ersuche ich um Verständnis, dass ich Ihnen hier nur sehr allgemeine Informationen geben kann. Sehr gerne stehe ich Ihnen jedoch für ein persönliches Gespräch, Beratungen, und / oder eine „Second Opinion“ zur Verfügung.

 

Bitte zögern Sie nicht mich umgehend zu kontaktieren. Für eine ausführliche Konsultation stehe ich Ihnen gerne in meiner Privatordination zur Verfügung. – Univ.-Prof. Dr. Werner Scheithauer