Ein Experte für Bauchspeicheldrüsenkrebs sollte ein erfahrener klinischer Onkologe sein, der

  1. über ausreichende gastroenterologische Kenntnisse verfügt (Additivfach Gastroenterologie)
  2. in einem Onkologischen Schwerpunkts Zentrum (v.a. für Bauchspeicheldrüsenkrebs) tätig ist
  3. in welchem regelmäßig interdisziplinäre Pankreaskarzinom-Tumorboards stattfinden.

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine schwerwiegende, an Häufigkeit zunehmende Erkrankung, die sich meist frühzeitig in die Lymphdrüsen und benachbarten Strukturen (Gallenwege, Zwölffingerdarm und große Blutgefäße im Bauchraum) sowie auch in andere Organe ausbreitet. Häufig ist zum Zeitpunkt der Diagnose der Tumor bereits fortgeschritten und inoperabel (30-40%) oder bereits metastasiert (40-50%). Wichtig ist ein interdiszipliniertes therapeutisches Management: Nur durch die Zusammenarbeit von Onkologen, Gastroenterologen, Röntgenologen, Strahlentherapeuten und Chirurgen können optimale Therapieergebnisse realisiert werden.

Der erfahrene Onkologe hilft bei der ehest möglichen Diagnosestellung und der Erfassung des Krankheitsstadiums, von dem die therapeutische Vorgehensweise abhängt. Auch kann er/sie bestehende Tumorbeschwerden (z.B. Bauch- oder in den Rücken ausstrahlende Schmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, neu aufgetretene Blutzuckererkrankung) rasch und nachhaltig lindern. Bei bestehender Gelbsucht wird er/sie einem Gastroenterologen zur Implantation eines Stents (Überbrückung des durch den Tumor eingeengten Gallengangs) zuweisen.

Sollte ihr Bauchspeicheldrüsentumor vom Tumorboard als operabel eingestuft werden, werden Sie einem spezialisierten Pankreaskarzinom-Chirurgen vorgestellt. Das ist insofern wichtig, als dass die Erfolgsrate einer Operation bzw. die operative Komplikationsrate eng mit der Expertise des Operateurs korreliert. Sollte der Tumor als lokal inoperabel erachtet werden, akkordiert der Onkologe eine „neoadjuvante“ (der Operation vorgeschaltete) Chemotherapie, die idealerweise durch eine Verkleinerung des Tumors eine spätere OP mit heilender Intention ermöglichen soll. Bei manchen Patienten bedarf es dazu auch einer ergänzenden Strahlentherapie, die Ihr Onkologe organisieren würde. Sollten zum Zeitpunkt der Erstdiagnose bereits Fernmetastasen (Tumor Absiedelungen in anderen Organen) vorliegen, würde eine -in der Regel gut verträgliche- palliative Chemotherapie mit dem Ziel Lebensverlängerung & Verbesserung / Erhaltung der Lebensqualität eingeleitet werden. Der Onkologe kontrolliert den Erfolg dieser Behandlung klinisch, mittels Tumormarker und computertomographischer Kontrolluntersuchungen.