Gebräuchliche akute Darmentzündungen, die zumeist bakteriell, viral, durch Pilze, Parasiten, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder medikamentös (z.B. Antibiotika) bedingt sind, gehen mit keinem erhöhten Krebsrisiko einher.

Es gibt allerdings zwei bestimmte Formen einer chronischen Darmentzündung, die nicht heilbar sind und nach jahrelangem Verlauf auch mit einem erhöhten Dickdarmkrebsrisiko vergesellschaftet sind. Die Ursache für die Krebsentstehung sind dabei das Auftreten langwierig entzündungsbedingter so genannter Dysplasien. Das sind  Zellveränderungen die eine Art Übergangsform von gutartigen zu bösartigen Zellen darstellen. Diese Zellveränderungen können nur mikroskopisch aus Gewebsproben, die im Rahmen einer Darmspiegelung entnommen werden, festgestellt werden.

(1) Colitis ulcerosa

Das Risiko für einen Dickdarmkrebs steigt mit der Dauer dieser Erkrankung an, wobei auch eine Rolle spielt, welche Bereiche des Darms entzündet sind. Sitzt der Entzündungsherd nur im Mastdarm oder dem linken unteren Dickdarmanteil, ist das Krebsrisiko moderat erhöht. Ist jedoch der gesamte Dickdarm befallen (Pancolitis), erkranken die Patienten mit 32-mal höherer Wahrscheinlichkeit an Darmkrebs als die Normalbevölkerung. Dementsprechend gelten folgende Vorsorge-empfehlungen:

Ist der gesamte Dickdarm betroffen, wird empfohlen, ab dem 8. Jahr nach Erkrankungsbeginn einmal jährlich eine Darmspiegelung mit Gewebeproben aus allen Dickdarmabschnitten durchführen zu lassen.

Beschränkt sich die Erkrankung auf den Mastdarm bzw. den linksseitigen unteren Dickdarm sollte erst ab dem 15. Jahr nach Beginn der Erkrankung einmal jährlich eine Darmspiegelung mit Gewebsproben durchgeführt werden.

Ergeben sich aufgrund der entnommenen Gewebeproben Hinweise auf einen beginnenden Darmkrebs („high-grade Dysplasien“), kann eine Operation mit Entfernung des gesamten Dickdarms und Mastdarms mit Erhalt des Schließmuskels erforderlich sein.

(2) Morbus Crohn

Auch bei dieser Form der chronischen Darmentzündung muss von einem erhöhten Darmkrebsrisiko ausgegangen werden, allerdings zeigen Studien hier unterschiedliche Ergebnisse. Eine Empfehlung zur Vorsorge über das normale Maß hinaus gibt es deshalb nicht.