Abhängig von der Infiltrationstiefe des Tumors in die Speiseröhrenwand unterscheidet man verschiedene Krankheitsstadien (T1-T4). Das Tumorstadium korreliert eng mit der Prognose, auch hängt die jeweilige Therapie von diesem ab. In der Regel gilt ferner „je weiter die Tumorlokalisation vom Mund entfernt ist, desto besser ist die Prognose“.

Am günstigsten ist das Stadium T1a M0. Da bei diesen „Frühkarzinomen“ fast ausnahmslos keine Lymphknotenmetastasen vorliegen, erfolgt die Therapie mittels endoskopischer Resektion der Ösophagus Schleimhaut (Mukosektomie). Eine Nachbehandlung ist in der Regel nicht erforderlich. Zur Nachsorge werden im 1.Jahr Gastroskopie Kontrollen alle 3 Monate, im 2.Jahr alle 6 Monate empfohlen. Die Langzeitheilungsrate beträgt in diesem Stadium zumindest 70%.

Im Stadium T1b-T2 M0 liegen bei 7%-35% aller Patienten (insbesonders bei Plattenepithelkarzinomen; „PEC“) bereits Lymphknotenmetastasen vor. Die Therapie der Wahl stellt die chirurgische Resektion des Tumors inklusive regionaler Lymphknotenentfernung dar. Bei PEC im Halsbereich wird aufgrund der Komplikationsgefahr durch einen operativen Eingriff eine definitive Bestrahlung bevorzugt.

Bei T3-T4 M0 Tumoren bedarf es ausnahmslos einer multimodalen Therapie, d.h. es bedarf mehrerer Therapiestrategien: Bei im oberen Speisröhrenabschnitt gelegenen Tumoren, Strahlenchemotherapie gefolgt von Operation bei gutem Ansprechen (Ausnahme PEC, die nicht obligat operiert werden müssen). Bei Adenokarzinomen im Speiseröhren-Magen-Übergangsbereich erfolgt heute üblicherweise zunächst eine Chemotherapie (FLOT-Schema), idealerweise gefolgt von einer OP und zytostatischen Nachbehandlung.

Gelingt es, auch bei weiter fortgeschritteneren Stadien, letztlich operativ eine vollständige Entfernung des Tumors zu erwirken (R0-Resektion), liegt die 5-Jahresüberlebensarte bei ca. 40%. Das T-Stadium, N-Stadium und der Reifegrad des Tumors (Grading) im endgültigen histologischen Befund sind für die Prognose dieser Patienten maßgeblich. Finden sich noch Resttumorformationen am OP-Rand (R1-Resektion) oder Infiltrationen von Lymph- und / oder Blutgefäßen, gilt dies als prognostisch ungünstig.

Stadium IV (M1). Hier liegen zum Zeitpunkt der Erstdiagnose bereits Fernmetastasen vor (Tumor Absiedelungen z.B. in der Leber oder Lunge). Eine vollständige Heilung ist in diesem Stadium leider unwahrscheinlich. Es gibt heute allerdings eine Reihe wirksamer Chemotherapeutika und Immuntherapeutika, die in Relation zu einer rein symptomatischen Behandlung das Überleben deutlich verbessern können. Die jeweilige Therapie hängt vom Allgemeinzustand des Patienten, etwaigen Begleiterkrankungen, dem zu erwartenden Verträglichkeitsprofil und von bestimmten Tumoreigenschaften ab.

Die Hauptproblematik beim Ösophagus Karzinom liegt in der späten Diagnosestellung: Bei 90% der Patienten liegt bereits ein lokal fortgeschrittenes Stadium vor (zumindest T3 mit Lymphknotenbefall). Primäre Operationen bzw. OPs nach vorgeschalteter Radiochemotherapie oder Chemotherapie sind somit nur bei rund einem Drittel aller Patienten durchführbar.