Ernährung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Einleitung

Patienten, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt sind, bedürfen einer speziellen Ernährung. Dies beruht auf der Tatsache, dass durch die fehlende bzw. unzureichende Produktion der Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse bestimmte Nahrungsbestandteile nicht mehr verdaut werden können. Nicht selten ist auch der Zuckerhaushalt durch die Erkrankung beeinträchtigt, manchmal kann sogar ein Diabetes auftreten, der einer speziellen Diät und Insulintherapie bedarf.

Ernährung im Fall einer Operation der Bauchspeicheldrüse

Durch den Wegfall des Verdauungssaftes der Bauchspeicheldrüse fehlt v.a. das Enzym Lipase, das bei der Aufspaltung und Verdauung von Fetten eine wichtige Rolle spielt. Dieses muss daher durch Enzympräparate (z.B. Kreon Kapseln) ersetzt werden, die idealerweise zu Beginn jeder Mahlzeit eingenommen werden sollten. Die Dosierung hängt vom Umfang der Mahlzeit bzw. des Fettgehaltes ab und sollte individuell angepasst werden (z.B. 3×2 Kapseln a 25.000 Einheiten zu jeder Hauptmalzeit). Es sollte lieber zu hoch als zu niedrig dosiert werden da es keine Überdosierung gibt. Den Erfolg kann man am Stuhlverhalten (dunkle feste Stühle statt übelriechender heller Fettstühle) und letztendlich am Körpergewicht kontrollieren.

Längerfristig sollte eine ergänzende Zufuhr der fettlöslichen Vitamine (A,D,E,K) angedacht werden.

Ist es im Gefolge der Operation zum Auftreten einer Blutzuckererkrankung gekommen, bedarf es einer speziellen Umstellung der Ernährung und Insulintherapie. Konkret sollten in diesem Fall eine Diabetesambulanz und Ernährungsberater(in) konsultiert werden.

Wichtig ist es bei allen Patienten eine Unter- bzw. Mangelernährung zu verhindern. Manchmal bedarf es einer Nahrungsergänzung durch hochkalorische Trinknahrung, die in Apotheken erhältlich ist. Stellt die Ursache Appetitlosigkeit dar, konsultieren Sie Ihren Arzt / Onkologen, es gibt dagegen auch medikamentöse Therapiemöglichkeiten.

Ernährung bei nicht operierten Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs

Nicht selten finden sich auch bei Patienten mit lokal-inoperablen oder metastasierten Tumoren ähnliche Verdauungsprobleme wie bei operierten Patienten. Somit sind gelten ähnliche Empfehlungen wie bei operierten Patienten (Enzympräparate, Zusatz von fettlöslichen Vitaminen, ggf. Diabeteskost & Therapie). Besonders wichtig scheint in dieser Situation die Vermeidung von zu geringer Nahrungszufuhr und Gewichtsverlust. Der Patient soll essen worauf er Lust hat, nichts ist verboten, Hauptsache es schmeckt (Ausnahme Blutzuckererkrankung). Die Speisen appetitlich anrichten und in kleinen Intervallen anbieten.
Zwischen den Mahlzeiten ausreichend trinken, nicht jedoch während des Essens um ein vorzeitiges Sättigungsgefühl zu verhindern. Gegen Appetitlosigkeit und etwaige Übelkeit gibt es wirksame Medikamente.

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