Was sind Darmpolypen, wie schnell wachsen sie, wie hoch ist das Risiko für ein Dickdarmkarzinom?

Dickdarmpolypen (Adenome) sind Vorwölbungen der Darmschleimhaut, die sich meist über mehrere Jahre hin entwickeln. Fast die Hälfte aller Menschen über 70 haben Darmpolypen. Diese sind an und für sich harmlos, neigen aber zum Wachstum und können schliesslich zu einem Karzinom entarten. Je grösser das Adenom, desto wahrscheinlicher die Entwicklung von Krebs. Bei einer Grösse von weniger als 1 cm beträgt die Wahrscheinlichkeit rund 1%, bei mehr als 2 cm berträgt das Risiko bis zu 50%.

Daher sollte grundsätzlich eine Polypenentfernung erfolgen (Polypektomie). Dies wird üblicherweise im Rahmen einer Kolonoskopie-Sitzung mittels Schlingenabtragung oder Biopsiezange durchgeführt. Dieser Eingriff ist völlig schmerzfrei, da die Untersuchung bzw. Polypektomie unter Kurznarkose erfolgt. Abhängig vom histologischen Befund sollte nach 2-3 Jahren eine Kontroll-Kolonoskopie erfolgen um ein Wiederauftreten von Polypen (Rezidiv) auszusschliessen.

Darmpolypen verursachen meist keine Beschwerden, selten können sie bluten, Schleim produzieren oder zu Durchfällen bzw. Verstopfung führen.

Da Darmpolypen -wie eingangs erwähnt- in der Regel asymptomatisch sind, jedoch die Vorstufe eines bösartigen Dickdarmtumors darstellen können, kommt der Vorsorgedarm-Spiegelung soviel Bedeutung zu. Jede gesunde Person, auch ohne Darmbeschwerden, sollte ab 50 eine Vorsorge-Kolonoskopie durchführen lassen. Bei unauffälligem Befund sollte diese etwa alle 10 Jahre wiederholt werden. Heute erfolgt üblicherweise eine „sanfte Darmspiegelung“ mittels Sedoanalgesie. Dabei handelt es sich um eine leichte Narkose, die sie für die Dauer der

Untersuchung (20-40 Minuten) in einen schlafähnlichen Zustand versetzt. Bereits ½ Stunde nach der Untersuchung sind sie wieder fit und können nach Hause gehen.

Riskofaktoren für die Entstehung von Dickdarmpolypen:

  • Höheres Lebensalter
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Alkohol-, Nikotinabusus & ungesunde Ernährungsweise
  • Blutzuckererkrankung (Diabetes mellitus Typ II)
  • Genetische Veranlagung bzw. erbliche Darmerkrankungen

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