Was ist die Erkrankung Dünndarmkrebs?

Es handelt sich um eine seltene, von der Dünndarmschleimhaut ausgehende, bösartige Neubildung.

Wodurch wird Dünndarmkrebs verursacht?

  • Hoher Fettkonsum
  • Prädisposition durch andere, seltene Erkrankungen: Morbus Crohn (=eine besondere Form der chronisch entzündlichen Darmerkrankung)
  • Erbliche Darmerkrankungen (familiäre Polypose, Gardner Syndrom, Peutz-Jeghers-Syndrom, nichttropische Sprue, zystische Fibrose)
  • Angeborene oder erworbene Immundefekte (HIV-Infektion, Zustand nach Organtransplantation, Therapie mit Immunsuppressiva, Hypogammaglobulinämie, Wiskott-Aldrich-Syndrom)

Wie kann man Sie erkennen?

Das Beschwerdebild ist uncharakteristisch, daher erfolgt die Diagnosestellung meist erst im fortgeschrittenen Stadium:

  • Bauchschmerzen
  • Chronischer Gewichtsverlust
  • Unklare Magendarmblutung
  • Tastbarer Bauchtumor
  • Darmverschluss
  • Gelbsucht (tumorbedingtem Verschluss der Gallenwege)

Untersuchungsmöglichkeiten?

Zur Diagnosesicherung:

  • Computertomographie des Bauchraumes
  • Röntgen (Magen-Dünndarm-Kontrastmittelpassage)

Spezielle Untersuchungen im Einzelfall:

  • Angiographie
  • Endosonographie des Zwölffingerdarmes
  • Endoskopie mit Biopsie
  • Kapselendoskopie (es muss eine kleine Kamera geschluckt werden, die Bilder aus dem Dünndarm aufzeichnet)

Wie kann man vorsorgen?

  • Ausgewogene, insbesonders fettarme Kost
  • Spezielle Vorsorgeuntersuchungen können (vor allem in Anbetracht der Seltenheit dieser Erkrankung) nicht empfohlen werden. Bei unklaren Beschwerden im Bauchraum sollte der Arzt jedoch möglichst frühzeitig konsultiert werden.

Wie viele sind betroffen?

Bösartige Dünndarmtumoren sind selten und zeichnen sich nur für 0.1-0.3% aller bösartigen Erkrankungen verantwortlich. Die Häufigkeit der Erkrankung beträgt 1/100.000 Personen. Zumeist tritt die Erkrankung im höheren Lebensalter auf, der Altersgipfel liegt bei 70 Jahren.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Wenn der Krebs auf den Dünndarm (und Lymphknoten) begrenzt ist, wird eine radikale operative Entfernung des Tumors (Entfernung des betroffenen Dünndarmabschnittes und der angrenzenden Lymphknotenstationen) empfohlen. In Abhängigkeit vom Tumorstadium wird im Anschluss an die Operation eine „adjuvante“ Chemotherapie über 6 Monate durchgeführt. Lediglich bei Frühstadien (wenn in den angrenzenden Lymphknoten keine Tumorzellen gefunden wurden und der Tumor nicht alle Wandabschnitte des Darmes erfasst hat) ist eine ausschließliche Operation ausreichend.

Für Patienten, deren Tumorerkrankung bereits ausgedehnt ist und eine Operation nicht möglich ist oder bei welchen es zu einem Auftreten von Metastasen (Tochtergeschwülsten) in Organen gekommen ist, stehen moderne Medikamente zur Verfügung (siehe „Dickdarmkrebs“).