Was ist die Erkrankung Magenkrebs?

Bösartiger Tumor, welcher von der Schleimhaut des Magens ausgeht.

Wodurch wird Magenkrebs verursacht?

Man unterscheidet grundsätzlich sogenannte endogene (vom Körperinneren ausgehende) und exogene (von außen wirksame) Ursachen. Zu den wichtigsten exogenen Ursachen zählen Diätfehler wie stark gewürzte, geräucherte Speisen mit hohem Nitratgehalt, Tabak- und Alkoholkonsum. Die bakterielle Besiedelung der Magenschleimhaut mit dem Helicobacter pylori stellt ebenfalls einen Risikofaktor für maligne Erkrankungen des Magen, v.a. für die Entstehung eines Lymphomes, aber auch eines Magenkarzinomes dar.

Zu den endogenen Risikofaktoren zählen die chronisch-atrophe Gastritis, perniziöse Anämie, Polypen des Magens, Morbus Ménétriere (Riesenfaltengastritis), rezidivierende (immer wieder auftretende) Ulcera (Magengeschwüre), die Blutgruppe A und möglicherweise auch eine viele Jahre zurückliegende Teilresektion (teilweise Entfernung) des Magens und eine familiäre Prädisposition (2-4 fach erhöhtes Risiko bei Erkrankung eines Verwandten 1. Grades).

Wie kann man das Magenkarzinom erkennen?

Die Symptome des Magenkarzinomes treten häufig erst bei fortgeschrittener Erkrankung auf und umfassen Oberbauchschmerzen – ähnlich wie bei Gastritis oder Magengeschwüren – Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, insbesondere Abneigung gegen Fleisch, Übelkeit, Völlegefühl, Müdigkeit und Leistungsabfall. Blutung im Magen äußern sich durch pechschwarzen Stuhl oder kaffeesatzartiges Erbrechen, beide Symptome sollten rasch mittels Endoskopie (Magenspiegelung) abgeklärt werden.

Untersuchungsmöglichkeiten?

Zur Diagnosesicherung:

  • Gastroskopie (Spiegelung = Endoskopie der Speisröhre und des Magens)
  • evtl. Magen-Darm-Passage mit Kontrastmittel

Zur Erfassung des Tumorstadiums / der Krankheitsausdehnung:

  • Endosonographie (Ultraschall mittels via endoskopisch eingebrachter Sonde)
  • Computertomographie der Bauchorgane
  • Lungenröntgen
  • evtl. Knochenszintigraphie (zum Ausschluß von Knochenmetastasen)
  • Laparoskopie vor der geplanten Operation (zum Ausschluß von Bauchfellmetastasen)

Blutabnahmen/Labor:

  • Blutbild (Blutung aus dem Tumor)
  • Tumormarker: CEA, CA 19-9 (zur Früherkennung nicht geeignet, falls vor Operation
    erhöht zur Verlaufs-/Therapiekontrolle einsetzbar)
    evtl. Hämoccult-Test (Stuhluntersuchung)

Wie kann man vorsorgen?

Die effektivste Vorsorge stellt die Vermeidung der Risikofaktoren, konkret nitratarme Ernährung, keine stark gewürzten, gegrillten oder geräucherten Speisen dar. Ferner stellt Vitamin C in Form von frischem Obst und Gemüse stellt eine sinnvolle präventive Maßnahme dar. Tabak- und Alkoholkonsum ist zu vermeiden. Bei prädisponierenden Erkrankungen des Magens ist eine regelmäßige Endoskopie zur Früherkennung sinnvoll und empfohlen.

Wie viele sind betroffen?

Die Neuerkrankungen in Mitteleuropa sind in den letzten Jahren eher rückläufig. Gehäuft tritt das Magenkarzinom in Japan, China, Finnland und Chile auf. In Österreich erkranken jährlich etwa 2200 Personen an einem Magenkarzinom, die Geschlechterverteilung (Frauen:Männer) liegt bei 2:3. Der Altersgipfel der Erkrankung liegt zwischen dem 55. und 75. Lebensjahr.

Behandlungsmöglichkeiten?

Zunächst muss die Krankheitsausdehnung exakt bestimmt werden (siehe Untersuchungsmöglichkeiten). Im Falle eines frühen Krankheitsstadiums sollte eine radikale operative Entfernung des Tumors und der benachbarten Lymphdrüsen erfolgen. Bei lokal fortgeschrittenen Tumoren wird heute -basierend auf den Ergebnissen Internationaler Studien- eine der Operation vorgeschaltene (neoadjuvante) Chemotherapie empfohlen: Die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Operation und auch die Langzeitüberlebensrate können dadurch deutlich verbessert werden. Bei Vorliegen von Tumorabsiedelungen (Metastasen) im Bauchfell (Peritoneum) oder in andere Organe (v.a. in Leber, Lunge) ist die Durchführung einer Chemotherapie empfohlen. Neben den etablierten Substanzen Cisplatin, 5-FU, Epirubicin werden zunehmend moderne Chemotherapeutika (Docetaxel oder Paclitaxel, Oxaliplatin, Irinotecan, Capecitabine) mit vielversprechenden Ergebnissen eingesetzt. Im Rahmen laufender Studien wird die Wirksamkeit der zusätzlichen Gabe von zielgerichteten Substanzen, z.B. der monoklonalen Antikörper Cetuximab und Bevacizumab untersucht. Bei fortgeschrittenem Magenkrebs mit her-2-neu-positiven Tumoren (ca. 20%; dies kann durch eine spezielle mikroskopische Untersuchung von Gewebsproben festgestellt werden) gilt heute bereits eine Chemotherapie mit dem Antikörper Trastuzumab als wirksamere Standardtherapie