Was ist die Erkrankung Speiseröhrenkrebs?

Bösartiger Tumor, welcher von der Schleimhaut der Speiseröhre ausgeht.

Wodurch wird Speiseröhrenkrebs verursacht?

Die häufigsten Risikofaktoren sind Tabak- und übermäßiger Alkoholkonsum (v.a. hochprozentige Alkoholika), sowie häufiger Genuß von heißen Getränken und Speisen. Begünstigend für die Entstehung des Ösophaguskarzinomes sind andere Erkrankungen der Speiseröhre wie Achalasie (Erweiterung der unteren Speiseröhre), Verletzungen mit Laugen und Säuren,Vitamin-/Eisenmangel, Barett-Ösophagus (Magenschleimhautinseln in der unteren Speiseröhre) sowie bösartige Tumoren im HNO-Trakt.

Wie kann man das Ösophaguskarzinom erkennen?

Klassische Symptome sind Schluckstörungen und Schmerzen während des Schluckaktes, bzw. Schmerzen hinter dem Brustbein. Andere Symptome wie Gewichtsverlust, Müdigkeit, Husten und Atemnot, Heiserkeit sowie Fieber weisen nicht selten bereits auf einen ausgedehnten Krankheitsbefall hin.

Untersuchungsmöglichkeiten?

Bei Schluckstörungen: Kontrastmittelröntgen (Schluckaktröntgen) der oberen Speisewege

Zur Diagnosesicherung: Ösophago-Gastroskopie (Spiegelung = Endoskopie der Speisröhre und des Magens)

Zur Erfassung des Tumorstadiums / der Krankheitsausdehnung

  • Endosonographie (Ultraschall mittels endoskopisch eingebrachter Sonde)
  • Computertomographie des Halses oder Thorax (Brustkorb) und des Oberbauches
  • Bronchoskopie (= Lungenspiegelung) zum Ausschluß einer Fistel zwischen Speise- und Luftröhre bzw. eines Zweittumors in der Lunge

Wie kann man vorsorgen?

Die effektivste Vorsorge stellt die Vermeidung der Risikofaktoren, konkret Raucherentwöhnung und nur mäßiger Alkoholkonsum dar. Die Umstellung auf ausgewogene Kost ist ebenfalls eine sinnvolle präventive Maßnahme. Bei prädisponierenden Erkrankungen der Spieseröhre ist eine regelmäßige Endoskopie zur Früherkennung sinnvoll und empfohlen.

Wie viele sind betroffen?

Mit etwa 300 Neuerkrankungen pro Jahr zählt das Ösophaguskarzinom zu den seltenen Tumorerkrankungen. Etwa 3,5/100.000 Personen erkranken jährlich, wobei die Verteilung zwischen Frauen und Männern 1:5 beträgt. Der Altersgipfel liegt im 6.Lebensjahrzehnt. Gehäuft tritt das Ösophaguskarzinom in China, Iran, Afrika auf.

Behandlungsmöglichkeiten?

Zunächst muss die Krankheitsausdehnung exakt bestimmt werden (siehe Untersuchungsmöglichkeiten). Nur in frühen Krankheitsstadien sollte eine radikale operative Entfernung des Tumors erfolgen. Bei lokal-fortgeschrittenen Tumoren (+/- Lymphdrüsenbefall) bedarf es einer „multimodalen“ Therapie, d.h. abhängig vom histologischen Befund des Tumors bedarf es vor einer etwaigen Operation einer vorgeschaltenen Chemotherapie (Adenokarzinom) oder Strahlenchemotherapie (Plattenepithelkarzinom). Im Falle einer Inoperabilität bzw. wenn die Operation aus anderen Gründen (z.B. schwerwiegenden Begleiterkrankungen) nicht erfolgen kann, ist bereits seit vielen Jahren die Durchführung einer kombinierten Stahlenchemotherapie Standard. Bei Vorliegen von Tumorabsiedelungen (Metastasen) in andere Organe (v.a. in Leber, Lunge) wird die Durchführung einer Chemotherapie empfohlen. Neben den etablierten Substanzen Cisplatin und 5-FU, werden zunehmend auch moderne Chemotherapeutika (Docetaxel, Paclitaxel, Oxaliplatin, Capecitabine) mit viel versprechenden Ergebnissen eingesetzt. Im Rahmen laufender Studien wird die Wirksamkeit der zusätzlichen Gabe von zielgerichteten Biologika (monoklonale Antikörper Cetuximab bzw Bevacizumab) untersucht.