Essen

Eine wichtige unterstützende Maßnahme zur erfolgreichen Tumorbehandlung!
Gerade jetzt ist es besonders wichtig, dass Sie einen guten Ernährungszustand (=Normalgewicht) haben, um mögliche Nebenwirkungen der Therapie leichter zu verkraften.

Ihr Körper benötigt:

  • Eiweiß (Milchprodukte, Eier, Fisch, Fleisch,…)
  • Fett (Butter, pflanzliche Öle, Schlagobers, Rahm,…)
  • Kohlenhydrate (Weiß-]Brot, Teigwaren, Kartoffeln, Reis,…)
  • Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente (Obst und Gemüse,…)
  • Wasser (Trinkwasser, kohlensäurearmes Mineralwasser, Tees, stark verdünnte Obstsäfte,…)

Aufgrund Ihrer Erkrankung und der damit notwendigen Therapie kann es allerdings zu Unannehmlichkeiten kommen, welche die Nahrungsaufnahme beeinträchtigen können. Sollten Probleme wie Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfälle, Entzündungen im Mundbereich, Schluckstörungen, Schmerzen durch die Nahrungsaufnahme, Appetitlosigkeit,… auftreten, dann finden Sie hier zahlreiche wertvolle ernährungsmedizinische Tipps und Hinweise.

Diese allgemeinen Ratschläge sollen Ihnen eine Hilfestellung bieten. Sie können aber auf keinen Fall das Gespräch mit Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin, den Pflegepersonen beziehungsweise der Diplomierten Diätassistentin und ernährungsmedizinischen Beraterin ersetzen.

! Wichtiger Hinweis
Sollten Ihre Symptome nicht innerhalb kurzer Zeit besser werden, müssen Sie unbedingt einen Arzt/ eine Ärztin aufsuchen.

Ernährungstherapeutische Maßnahmen bei Therapienebenwirkungen

Appetitlosigkeit

  • Essen Sie wann immer es Ihnen möglich erscheint. Z. B. auch nachts, sowie v.a. in Phasen an denen Sie weniger unter den Therapienebenwirkungen leiden.
  • Wählen Sie nach Ihrem Gusto und bevorzugen Sie, worauf Sie Lust haben.
  • Versuchen Sie zumindest 5mal täglich eine kleine Portion zu sich zu nehmen.
  • Reichern Sie Ihre Speisen immer an (siehe Speisenanreicherung).
  • Richten Sie Ihre Mahlzeiten nett her.
  • Verwenden Sie lieber einen größeren Teller, bevor Sie einen kleinen überladen.
  • Auch Getränke eignen sich gut als Energielieferanten (Fruchtsäfte, selbst hergestellt Shakes oder industriell gefertigte Trinknahrungen („Astronautenkost“,…).
  • Nach Rücksprache mit Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin können Sie sich auch ein Gläschen Bier oder Wein genehmigen. Meist unterstützt es Ihren Appetit.
  • Manchmal fördern Bitterstoffe (Grapefruit, Wermut,…) die Lust auf Essen.
  • Vielleicht ist es Ihnen möglich, einen kleinen Spaziergang vor dem Essen zu machen.
  • Meiden Sie starke Essensgerüche, die Ihnen nicht zusagen und versuchen Sie fertige Gerichte bereitzuhalten.
  • Lassen Sie sich bekochen. Wenn Sie nicht ständig den Essensgeruch in der Nase haben, fällt Ihnen das Essen leichter.
  • Verwenden Sie frische Kräuter wie z.B. Schnittlauch, Petersilie, Basilikum, Thymian,… zur Zubereitung Ihrer Speisen.
  • Essen in Gesellschaft und angenehmer Atmosphäre bringt Abwechslung.
  • Grundsätzlich gilt natürlich: Je frischer desto besser, um Ihre Vitamin- und Mineralstoffversorgung zu gewährleisten.
  • Fragen Sie Ihren Arzt/ Ihre Ärztin bzw. Ihre Diplomierte Diätassistentin & EMB ob Sie noch zusätzlich Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente einnehmen sollten.
  • Wenn Sie sich unwohl fühlen und Sie nur ein oder zwei Gerichte zu sich nehmen können, bleiben Sie dabei bis Sie sich nach einigen Tagen wieder besser fühlen.
  • Wenn Sie an manchen Tagen gar nichts essen können, machen Sie was Ihnen hilft, um sich besser zu fühlen. Der Appetit wird meist nach einigen Tagen wieder besser.
  • Machen Sie sich bewusst, jeder Bissen gibt Kraft und wird Sie stärken.
  • Versuchen Sie viel (mind. 1,5 Liter) zu trinken. Auch an Tagen, an denen Ihnen nicht nach Essen zu Mute ist.

Verändertes Geruchs- und Geschmacksempfinden

  • Wählen Sie die Speisen und Kombinationen immer nach Ihrem individuellen Gusto aus. Auch wenn diese Mischung nicht immer unseren traditionellen Gewohnheiten entspricht.
  • Würzen und salzen Sie nach Ihrem Empfinden.
  • Sollten Sie eine Abneigung gegen Fleisch, Wurst und Fisch haben, dann essen Sie regelmäßig Eier (nicht roh) und Milchprodukte (Joghurt, Käse,….).
  • Bonbons und Kaugummis, aber auch Zitronenlimonade, Tonic water und Bitter lemon können den schlechten Geschmack im Mund vertreiben.
  • Essen Sie zum Auftakt einer Mahlzeit einen kleinen Salat.
  • Wenn Sie vorübergehend gar nichts schmecken, dann versuchen Sie sich durch die optische Gestaltung der Speisen zum Essen zu motivieren.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin bzw. Ihrer Dipl. Diätassistentin & EMB über die zusätzliche Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen.
  • Vitamin- und Spurenelementenmangel könnte eine Ursache für verändertes oder reduziertes Geschmacksempfinden sein.
  • Sollten Sie für einen betroffenen Angehörigen sorgen, dann versuchen Sie durch Gespräch die individuellen Wünsche zu erkunden und bitten Sie häufig Kleinigkeiten an. Seien Sie aber auch nicht böse, wenn ein Gusto sehr schnell verschwunden ist und der/die Betroffene die Speise dann komplett ablehnt.

Veränderungen an der Mundschleimhaut:

1. Schmerzen, Entzündungen und offene Stellen

  • Achtung: Essen Sie nur lauwarm und niemals heiß, da dies zusätzlich Ihre Schleimhäute reizt. Besondere Vorsicht ist bei Suppen und heißen Getränken wie Tee,… empfohlen.
  • Meist sind heiße/warme Speisen/Getränke besonders schmerzhaft.
  • Als Getränk eignen sich kühle Kräutertees bzw. div. Fruchtsirupe mit Trinkwasser.
  • Wenn Ihnen herkömmliche verdünnte Säfte zu sauer vorkommen, gibt es in der Säuglingsabteilung Säfte, die besonders säurearm sind.
  • Essen Sie nur weiche oder pürierte Speisen (Suppen, Kompotte, Mus, Beilagen,…).
  • Vermeiden Sie Lebensmittel und Speisen mit grober Struktur an denen Sie lange kauen müssen (Zwieback, rohes Gemüse,….).
  • Stark gewürzte, gesalzene Speisen können zusätzliche Schmerzen verursachen.
  • Vorsicht auch bei Obst (außer Melonen) v.a. Zitrusfrüchte, kohlensäurehältigen Getränke, rote Früchtetees,…
  • Vermeiden Sie säuerliche Speisen wie Tomatensauce,…
  • Auch Alkohol oder Kaffee reizt die Schleimhäute zusätzlich.
  • Probieren Sie Speiseeis oder selbst hergestellte Eiswürfel z.B. aus Ananassaft.
  • Bei starken Beschwerden eher flüssige oder flüssig breiige Konsistenz bevorzugen.
  • Reichern Sie Ihre Speisen immer mit zusätzlicher Energie an (siehe Speisenanreicherung).
  • In dieser Situation besteht auch immer eine erhöhte Infektionsgefahr. Essen Sie deshalb nur saubere und hygienisch einwandfreie Lebensmittel und wenden Sie sich bei Fieber sofort an Ihren Arzt/ Ihre Ärztin.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin bzw. Ihrer Diplom. Diätassistentin & EMB auch über die mögliche Verordnung von industriell gefertigten Trinknahrungen.
  • Lauwarmer Salbeitee eignet sich besonders gut für Mundspühlungen sowie zum Gurgeln.
  • Mund- und Zahnpflege ist in dieser Situation mehrmals täglich besonders wichtig.
  • Verwenden Sie dazu eine Zahnbürste mit weichen Borsten. Sollten diese trotzdem zu hart sein, tauchen Sie die Bürste kurz in heißes Wasser, damit die Borsten noch weicher werden.
  • Auch der Einsatz einer Mundtusche kann hilfreich sein.
  • Ihr Arzt/ Ihre Ärztin wird Ihnen noch zusätzliche Medikamente zum Spülen oder einpinseln gegen die Schmerzen sowie zur Vorbeugung von Pilzinfektionen verordnen.
  • Sollten die Schmerzen so groß sein, dass Sie nicht einmal ausreichend Flüssigkeit (z.B. Trinkwasser) trinken können, müssen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin sprechen, da Sie eventuell Infusionen benötigen.

2. Mundtrockenheit

a) Wenn Sie zu wenig Speichel produzieren:

  • Halten Sie immer ein Getränk bereit und trinken Sie laufend in kleinen Schlucken.
  • Meist eignen sich säuerliche Getränke wie: Zitronentee oder -Limonade, mit Trinkwasser verdünnte Fruchtsäfte,…
  • Nehmen Sie Speisen nur mit Flüssigkeit auf und vermengen Sie diese gut im Mund.
  • Bevorzugen Sie weiche, wasserreiche Lebensmittel und Speisen (Melone, Apfelmus, Kompotte, Puddings, Suppen, Beilagen mit Saft,…).
  • Um die Schleimhäute zusätzlich zu pflegen, können Sie auch ein Stückchen Butter langsam lutschen oder Öl einige Minuten kräftig zwischen den Zähnen durchziehen. Sie sollten anschließend immer ausspucken und entweder gut nachspülen oder mit einer weichen Zahnbürste vorsichtig Zähne putzen.
  • Für zwischendurch eignen sich Spülungen mit Salzwasser.
  • Ihr Arzt/ Ihre Ärztin kann Ihnen auch medikamentösen Speichelersatz verordnen.

b) Wenn Sie an zähem dickflüssigem Speichel leiden:

  • Vermeiden Sie süße Milch und Bananen, da diese noch mehr verschleimen.
  • Thymiantee wirkt besonders schleimlösend.
  • Salbei-, Kamillen- oder Kräutertees sind abschwellend und austrocknend.
  • Bei fadem, metallic Geschmack bringen Spülungen mit Sekt Abwechslung.

Schluckstörungen

  • Finden Sie für sich die optimale Konsistenz der Speisen heraus (weich, cremig, dick breiig, flüssig,….).
  • Achten Sie darauf, dass Sie sich nicht verschlucken.
  • Dicken Sie bei Bedarf Flüssigkeiten entsprechend an. (Ihre Dipl. Diätassistentin & EMB wird Sie gerne über den richtigen Einsatz von Verdickungsmitteln beraten).
  • Schmerzen beim Schlucken können ev. durch kühle Getränke oder Eis gelindert werden.
  • Reichern Sie Ihre Speisen immer zusätzlich an. (siehe Speisenanreicherung).
  • Essen Sie immer mit aufrechtem Oberkörper.
  • Oft fällt Schlucken leichter, wenn man das Kien auf die Brust legt.

Sollten die Schluckschwierigkeiten über einen längeren Zeitraum andauern, besprechen Sie bitte unbedingt mit Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin die Möglichkeit einer Sonde. Entscheiden Sie sich bevor Sie unnötig Gewicht verloren haben, denn es ist sehr schwer Verluste wieder auszugleichen.

Übelkeit und Erbrechen

  • Gegen Übelkeit und Erbrechen gibt es gute Medikamente. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin darüber und nehmen Sie die Produkte genauso wie verordnet ein. Warten Sie erst gar nicht, bis starke Übelkeit auftritt.
  • Essen Sie vor der Therapie ein leichtes Frühstück.
  • Knabbern Sie trockene Lebensmittel wie Zwieback, Soletti, Kekse, Nüsse, Crackers,…
  • Versuchen Sie nach der Therapie einige Stunden gar nichts zu essen, bis sich Ihr Magen wieder etwas beruhigt hat.
  • Verzichten Sie an Tagen, an denen Ihnen übel ist auf Ihre Lieblingsspeisen, damit sie Ihnen wieder gut schmecken, wenn es Ihnen besser geht.
  • Essen Sie langsam und kauen Sie gut, so können Ihre Speisen besser verdaut werden.
  • Atmen Sie sobald Übelkeit aufkommt langsam tief ein und aus und nützen Sie Entspannungstechniken.
  • Bereiten Sie Essen immer im Vorhinein zu bzw. halten Sie Tiefkühlkost bereit, damit Sie bei Hunger nicht zum Kochen gezwungen sind.
  • Tragen Sie keine einengenden Kleidungsstücke.
  • Vermeiden Sie Düfte, die Sie als unangenehm wahrnehmen – Küchengerüche, Rauch, Parfüms, …
  • Kalte Speisen und Getränke sind oft geruchsärmer und deshalb bekömmlicher.
  • Lutschen Sie ab und zu Fruchtzuckerl oder saugen Sie Zitronen-, Orangen- oder Grapefruitstückchen aus.
  • Trinken Sie reichlich über den Tag verteilt in kleinen Schlucken.
  • Kochen Sie möglichst nicht selbst.
  • Fragen Sie Ihren Arzt/ Ihre Ärztin bzw. Ihre Diplomierte Diätassistentin & EMB über die Verordnung von industriell gefertigten Trinknahrungen.

Völlegefühl

  • Essen Sie mind. 5 Mahlzeiten pro Tag. Dafür allerdings immer eine kleine Portion.
  • Genießen Sie Ihre Speisen in Ruhe und kauen Sie gut.
  • Verzichten Sie auf blähende Speisen und Lebensmittel wie (frischer Germteig, Zwiebel, Knoblauch, Kraut und Kohl, Hülsenfrüchte,…).
  • Trinken Sie zwischen den Mahlzeiten.
  • Manchmal helfen kleine Mengen Alkohol oder Röstprodukte (Kaffee).
  • Auch saure Lebensmittel wie kleine Mengen Zitronensaft können Erleichterung bringen.
  • Sehr weiche, oder flüssige Nahrung ist leichter verdaulich.

Durchfälle

Trinken Sie pro Tag 2-3l Flüssigkeit schluckweise.
Beispiele für geeignete Getränke:

  • sehr stark mit Trinkwasser (stillem Mineralwasser) verdünnte Fruchtsäfte mit Glucose und Salz (Pro Liter 1 EL Glucose [= Traubenzucker/Dextropur] und 1 KL Salz)
  • klare, entfettete Suppen
  • Tee (pro Liter 2 EL Glucose und 1 KL Salz)
  • bevorzugte Sorten: Schwarzer Tee (Mind. 8 Minuten ziehen lassen) Kamille, Melisse, Pfefferminze, Tee aus getrocknete Heidelbeeren (aus Apotheke – kalt einweichen, 10 Minuten leicht kochen und nochmals 10 Minuten ziehen lassen, abseihen, mit Glucose und Salz siehe oben zubereiten)
  • Wasserkakao (aus echtem Kakaopulver mit Glucose/Zucker nach Bedarf)
  • Elektrolytgetränke: z.B. Normohydral®, Elotrans®, Milupa GES45®, ORS 200®,…

Folgende Zubereitungen/Produkte haben stopfende Wirkung:

  • Lösliche Ballaststoffe: z.B. Arobon, Resource Benefiber® erhältlich in Ihrer Apotheke. (Einsatz laut Anordnung Ihres Arztes/ Ihrer Ärztin bzw. Ihrer Diplomierten Diätassistentin & EMB).
  • Geschabter Apfel: Um die stopfende Wirkung zu erreichen, empfiehlt sich folgende Zubereitung: Den Apfel waschen, entkernen und mit der Schale auf einer Glas-/Plastikreibe schaben – bis nur mehr die dünne Schale übrig bleibt. Oder im Mixer/mit einem Stabmixer den Apfel samt Schale pürieren und braun werden lassen.
  • Aufgeschlagene Banane: reife Banane mit einer Gabel zerdrücken oder mixen und braun werden lassen. Nach Bedarf kann man auch trockene Kekse, Biskuit, Zwieback, Biskotten,… unterrühren.
  • Heidelbeerkindergläschen bzw. lang gekaute trockene Heidelbeeren.
  • Karottensuppe: Frühkarottengläschen mit (warmen) Wasser verdünnen, etwas salzen und über den Tag verteilt trinken.
  • Schleimsuppen: Zur Vereinfachung können Reis- oder Haferschleimflocken aus der Säuglingsabteilung verwendet werden.
  • Weichgekochter, weißer Reis – gesalzen und eventuell mit Kräutern.
  • Knabbern Sie Soletti® oder fettarmes Salzgebäck.
  • Auch Bitter- oder Kochschokolade ist geeignet.
  • Folgende Lebensmittel wirken eher abführend und sollten deshalb während des Durchfalls gemieden werden:
  • Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Milch, Fett,…

Sollte sich Ihr Durchfall nicht innerhalb von 3 Tagen bessern, bzw. sollte er so arg sein, dass auch die getrunkene Flüssigkeit nicht mehr ausreicht, müssen Sie sich unbedingt an Ihren Arzt/ Ihre Ärztin wenden.

Verstopfung

  • Trinken Sie reichlich Flüssigkeit. Gut wären mind. 2-3 Liter pro Tag.
    Beispiele für geeignete Getränke: Wasser, stilles Mineralwasser, alle Sorten an Tees (außer lang gezogener Schwarztee), stark verdünnte Obstsäfte, säurearme Kindersäfte aus der Säuglingsabteilung, nach Rücksprache mit Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin auch stark gespritzten Wein oder Bier.
  • Erhöhen Sie die Ballaststoffzufuhr langsam, indem Sie vermehrt Obst und Gemüse sowie fein vermahlene Vollkornprodukte essen. Verzichten Sie aber auf ganze Körner und Fasern.
    Geeignete Beispiele: Fein vermahlenes Vollkornbrot, gemahlene Nüsse, (fein geraspeltes) rohes Gemüse, Salate,…
  • Essen Sie zu jeder Mahlzeit Obst oder Gemüse,…
  • Verzichten Sie auf stopfende Lebensmittel (siehe Durchfall).
  • Essen Sie täglich mind. ein gesäuertes Milchprodukt (Joghurt, Sauermilch, Buttermilch, Trinkmolke,…).
  • Trinken Sie öfters am Tag ein Glas (lauwarmes) Wasser.
  • Auch Essig kann Ihre Verdauung unterstützen.
  • Nehmen Sie sich auf der Toilette Zeit.
  • Machen Sie soweit möglich Bewegung und führen Sie Bauchmassagen durch. Kreisförmige Bewegungen von rechts unten nach oben, dann von rechts nach links und hinunter. Auch das kräftige An- und Entspannen der Bauchmuskulatur kann die Verdauung unterstützen.
  • Weitere Maßnahmen wären: Wobei es immer wichtig ist, dass Sie im Laufe der Zeit die für Sie passende Dosierung herausfinden.
  • Die Einnahme von löslichen Ballaststoffen (Reource Benefiber®) laut Beipacktext, erhältlich in Ihrer Apotheke.
  • Sehr häufig hilft die Gabe von Magnesium. Beginnen Sie mit ca. 200mg pro Tag (als Tablette oder Brausetablette) und steigern Sie diese über den Tag verteilt bis zur gewünschten Wirkung.
  • Sie können sich auch Milchzucker kaufen. Beginnen Sie mit einem Löffel und steigern Sie ihn nach Bedarf. Wenn Sie ihn morgens auf nüchternen Magen mit einem Glas Trinkwasser einnehmen, führt dies eher zu einer einzigen Stuhlentleerung. Wenn Sie ihn über den Tag verteilt zu jeder Mahlzeit nehmen, führt dies dazu, dass Ihr Stuhl allgemein weicher wird. Hinweis: Milchzucker kann zu Blähungen und somit zu Schmerzen führen.
  • Ein anderes Beispiel für ein mildes Abführmittel stellt Movicol-Pulver® dar (rezeptfreie Abgabe in Ihrer Apotheke).

Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, bzw. zusätzlich starke Schmerzen, Fieber, Erbrechen,… auftreten, dann setzten Sie sich bitte sofort mit Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin in Verbindung.

Speisenanreicherung

Wenn Sie weniger als bisher essen, sollten Sie Ihre Lebensmittel gezielt auswählen bzw. Speisen immer mit zusätzlicher Energie anreichern. So werden die Portionen nicht größer, sondern gehaltvoller. Zur Anreicherung eignen sich:

1. Fette:

  • Verwenden Sie immer Streichfett (Butter oder Pflanzenmargarine)
  • Wählen Sie bei Milch und Milchprodukten bewusst fettreichere Sorten (Vollmilch, Käse mit mehr als 45%FiT, Sahnejoghurt,…).
  • Suppen oder Saucen sollten Sie möglichst Schlagobers, Sauerrahm oder Creme fraiche zugeben.
  • Geben Sie immer einen zusätzlichen Löffel Butter oder Öl über Gemüse oder Beilagen (Reis, Nudeln,…).
  • Für Kaffee oder Kakao sollten Sie immer Schlagobers (auch ungeschlagen anstelle der Milch) verwenden.
  • Kartoffelpürree schmeckt sehr gut, wenn man anstelle von Milch Schlagobers und etwas heißes Wasser verwendet.
  • Für zwischendurch eignen sich besonders Shakes, die Sie durch mixen von Früchten (Bananen, Erdbeeren, Pfirsichen – aus der Dose, tiefgekühltem Obst,…) ungeschlagenem Schlagobers sowie einem Kuchen (Biskotten, Zwieback,…) herstellen können. Zur geschmacklichen Abrundung verwenden Sie Kakaopulver, Zucker, Honig, Zimt, Zitronensaft, Rum,…
  • Ein Tupfer Schlagobers macht das Dessert kalorienreicher.

2. Eiweiß:

  • Neben Fleisch und Fisch stellen Eier eine wichtige, hochwertige Eiweißquelle dar. Verkochen Sie deshalb häufig zusätzlich ein Ei z.B. versprudelt in die Suppe oder in Saucen. Bei Puddings das Ei wie mit der kalten Milch absprudeln und wie gewohnt weiterverarbeiten. Auch in div. Aufläufen oder Süßspeisen kann man gut Eier verarbeiten. Hartgekochte Eier eignen sich z.B. auch für Salatsaucen.
  • Außerdem sind Milchprodukte gute Eiweißlieferanten. Hier eignen sich z.B. Aufstriche oder Cremen aus Topfen, Landfrischkäse, Hart- und Schnittkäse, Joghurt, Sauermilch, Kefir, Acidophilusmilch,…
  • Reibkäse oder andere harte Käsesorten werten Saucen, Gemüsegerichte, Teigwaren oder Suppen nicht nur geschmacklich, sondern auch mit Eiweiß auf.
  • Geben Sie zum Gemüse etwas mit Käse vermischte Bechamelsauce.
  • Verwenden Sie zum Kochen von Polenta oder anderem Getreide Milch.
  • Vergessen Sie nicht kleine Fleisch-, Käse- oder Schinkenstückchen in Knödel, Gemüsegerichte oder Reis zu geben.
  • Hinweis: Bei Durchfällen beschränken Sie sich auf den Einsatz von Eiern und Hartkäse, da die übrigen Milchprodukte zusätzlich abführend wirken können.
  • Besonders eignen sich auch geschmacksneutrale Eiweißkonzentrate in Pulverform, die sie im Kaufhaus bei der „Sporternährung“ finden. Dieses Pulver können Sie mit Ausnahme von klaren Flüssigkeiten überall einrühren sowie mitkochen.

3. Kohlenhydrate:

Zur geschmacklichen Abwechslung können Sie neben Zucker, Honig oder Ahornsirup verwenden.
Weiters können Sie in Ihrer Apotheke auch Maltodextrin kaufen.

Ich hoffe, dass einige dieser allgemeinen ernährungsmedizinischen Tipps und Hinweise für Ihr Wohlbefinden beitragen können. Bei zusätzlichen Interesse oder Fragen, die konkret Ihre Erkrankung betreffen, vereinbaren Sie bitte in Ihrem Betreuungszentrum einen Termin zur Ernährungsberatung mit einer Diplomierten Diätassistentin und ernährungsmedizinischen Beraterin.

Sie können sich auch direkt an mich wenden:
Elisabeth Hütterer
Dipl. Diätass. und EMB
0699/100 9 24 48
elisabeth.huetterer@aon.at

bzw. weitere Ansprechpartner finden Sie auch unter: www.ernaehrung.or.at